Kein Schreibzugriff auf eine NTFS-Parition
unter Win10 trotz ntfs-3g
 

Problem: Auf eine Win10 NTFS Partition kann nur lesend zugegriffen werden, obwohl sie mittels ntfs-3g eingehängt ist.

Lösung 1: Windows 10 verwendet neben dem klassischen Ruhezustand häufig auch den sogenannten Schnellstart (Fast Startup oder Hybrid Shutdown).

Beim normalen Herunterfahren beendet Windows dabei nicht alle Systemzustände vollständig. Stattdessen wird ein Teil des Windows-Kernels und bestimmter Treiber in hiberfil.sys gespeichert. Die NTFS-Partition kann dabei in einem Zustand verbleiben, den Windows beim nächsten Start wiederherstellen möchte.

Aus Sicht von Linux ist das problematisch:

  • Das NTFS-Dateisystem ist möglicherweise noch als in Benutzung beziehungsweise „hibernated“ markiert.
  • Es können noch nicht vollständig abgeschlossene Schreibvorgänge vorhanden sein.
  • Windows erwartet beim nächsten Start den zuvor gespeicherten Dateisystemzustand.
  • Schreibzugriffe von Linux könnten diesen Zustand verändern und dadurch beim nächsten Windows-Start zu Datenverlust oder Dateisystemfehlern führen.

Deshalb verweigert der Linux-NTFS-Treiber – insbesondere ntfs-3g – den Schreibzugriff und bindet die Partition nur read-only, also schreibgeschützt, ein. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme und normalerweise kein Berechtigungsproblem.

Um dieses Verhalten zu deaktivieren startet man Win10 und öffnet eine Eingabeaufforderung mittels Administrativen rechten. Dazu sucht man im Starmenü nach cmd und wählt "mit Administrativen Rechten starten". Anschließend gibt man folgenden Befehl ein der den hybriden Ruhezustand beendet:

powercfg.exe /hibernate off

Ein anschließend wirklich vollständiges Herunterfahren hinterlässt die NTFS-Partition in einem normalen Zustand. Linux kann sie danach wieder schreibend einbinden.