Pic: Filmstreifen
 
verbesserte Zeitlupe

Das Problem: Viele der günstigeren Schnittprogramme verwenden zur Erstellung einer Zeitlupe nur eines der beiden Halbbilder einer DV-Kamera-Aufnahme und erzeugen das vollständige Bild mit Hilfe der Interpolation eines der beiden Halbbilder, d.h. die Filmsequenz, die man in eine Zeitlupe umwandeln will, wird zuerst Deinterlaced und dann einfach verlangsamt. Das führt dazu, daß Bewegungen ruckelig und abgehackt aussehen. Sinnvoller wäre es wenn man schon Deinterlaced beide Halbbilder zu verwenden. Wir errinnern uns: DV-Material besteht aus 50 Halbbildern pro Sekunde. Rechnet man jedes dieser Halbbilder mittels des Deinterlacings und Interpolation in ein Vollbild, so erhält man 50 Frames pro Sekunde. Verlangsamt man den Film um 50% so erhält man die für PAL notwendigen 25 Frames pro Sekunde. Das Ergebnis ist eine 50% Zeitlupe, die wesentlich flüssiger ist, da sie aus mehr Zwischenbildern besteht.

Meine Methode die ich hier vorstellen will ist eigentlich ganz simpel: Man nimmt eine DV-Sequenz, legt sie doppelt auf zwei Spuren, verlangsamt beide Spuren um 50%, legt auf beide Spuren ein Deinterlacing um in Spur 1 das erste und in Spur 2 das zweite Halbbild zu gewinnen und wechselt mit Hilfe einer bewegten Maske zwischen der ersten und zweiten Spur hin und her. So entsteht eine flüssige, 50 prozentige Zeitlupe. Als Beispielprogramm dient Adobe Premiere 6.5, obwohl ich gestehen muß, daß das hier vorgestellte Verfahren für Adobe Premiere überflüssig ist, da Premiere von Haus aus zur Zeitlupenberechnung beide Halbbilder hernimmt. In anderen Programmen kann es jedoch sehr wohl Sinn machen.

Die Lösung: Zuerst erstellen wir einen Clip der abwechselnd ein schwarzes und ein weißes Bild enthält. Dieser dient später als bewegte Maske zum wechseln zwischen den beiden Spuren. Durch den schwarz-weiß Wechsel wird jedes zweite Bild in Spur 2 komplett ausgeblendet und somit das darunter liegende Bild in Spur 1 verwendet.

Pic: Zeitlupe-Pic01.jpg
Anschließend fügt man den zu verlangsamenden Clip zweimal ein. Beachtet die Reihenfolge! Der Maskenclip muß als bewegte Maske über den beiden Filmclips sein.
Pic: Zeitlupe-Pic02.jpg
Dann verlangsamt man die Geschwindigkeit der beiden Clips um 50%.
Pic: Zeitlupe-Pic03.jpg
Schlußendlich wählt man noch für den oberen Clip "Halbbilder immer zusammenfügen" (das ist der Schalter für das Deinterlacing) + einem Haken in "Halbbilddominanz umkehren" und unter Transparenz die bewegte Maske. Für den unteren Clip wählt man nur "Halbbilder immer zusammenfügen". Das Ergebnis sollte dann so aussehen:
Pic: Zeitlupe-Pic04.jpg

Einen ersten Eindruck kann man gewinnen durch drücken der ALT-Taste und Scrubben mittels des Cursors im Material. Sollte das Material nicht flüssig laufen, sondern seltsam abgehackt hin und her springen, könnte es sein, daß die falsche Halbbildreihenfolge gewählt wurde. Dies kann man korrigieren indem man im oberen Clip das Häckchen aus "Halbbilddominanz umkehren" rausnimmt und dasselbige im unteren Clip setzt.

Der schwarz/weiß Clip macht jedes zweite Bild des Clips in Spur 2 transparent und läßt das Bild des Clips in Spur 1 durch. Somit wechseln sich die Clips in Spur1 und Spur2 ab und es entsteht das gewünschte Ergebnis mit wesentlich vereinfachterem Arbeitsaufwand, als wie wenn man die einzelnen Frames von Hand abwechselnd hintereinander legen würde.

Zum Abschluß noch ein paar Beispielclips im flv-Format, welche ich in die Homepage eingebettet habe. Sollte das abspielen nicht funktionieren, könnt ihr auf die Überschriften klicken und so das Videofile im mpg-Format runterladen:

Das Original falsche Halbbild-Reihenfolge
"normale" Zeitlupe verbesserte Zeitlupe
 
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