Pic: Filmstreifen
 
Blitzeinschlag
Play Film:Blitzeinschlag.mpg

Format: MPEG1

Größe: 2,17 MB

Framerate: 25 fps
(Zeitlupe)

 

Unwetter gibt's neuerdings ja öfter und da hatte ich die Idee, mal auszuprobieren was dabei rauskommt, wenn man einen Blitz filmt. Die Idee an sich wäre gar nicht soooo schlecht, wenn da nicht diese blöden Halbbilder wären. Um das zu erklären muß ich ein wenig ausholen:
Das Fernsehbild, daß wir täglich in unserer Flimmerkiste sehen, besteht eigentlich aus zwei Bildern, den sogenannten "Halbbildern". Das liegt daran, daß wir uns mit einer veralteten Technik die sich PAL schimpft rumärgern müssen. In PAL ist genau spezifiziert, daß ein Fernsehbild 50 Hz und die Abmaßte 4:3 haben muß, mit einer Bildrate von 25 Frames. In der Entstehungszeit der Fernseher war die Technik noch nicht soweit, ein Vollbild Zeile für Zeile am Schirm darzustellen. Die Fernseher waren so langsam, daß wenn der Fernseher bei den letzten Zeilen unten angekommen war, die oberen Zeilen schon wieder angefangen haben zu verblassen. Daher hat man sich gedacht, man teilt das Bild in zwei Halbbilder auf und stellt jedes Mal nur die Hälfte der Bildzeilen dar. Einmal alle ungeraden Zeilen, dann alle geraden Zeilen. Unser Auge ist so träge, daß es die beiden Halbbilder zu einem ganzen wieder verschmilzt. Dadurch entstehen auch die 50 Hz, denn 25 Bilder in der Sekunde, bestehend aus zwei Halbbildern gibt 50 Hz (Hz=Herz, Intervall pro Sekunde).

Was hat das nun mit dem Blitz zu tun? Ganz einfach, da die Halbbilder ja hintereinander aufgenommen werden und nicht gleichzeitig (ja wie denn auch!) und ein Blitz nur einen Bruchteil von einer Sekunde angezeigt wird, kann es passieren, daß in dem ersten Halbbild noch eine dunkle Nachtansicht ohne Blitz zu sehen ist, wärend in dem zweiten Halbbild der Blitz erscheint. Das Ergebnis ist ein Blitzbild, daß mit dunklen, waagrechten Linien durchzogen ist. Das hat bei der MPEG Umwandlung so schrecklich ausgesehen, daß ich sofort einen Deinterlace Filter zugeschalten habe. Ein Deinterlace Filter nimmt eines der beiden Halbbilder und versucht mittels Interpolation die fehlenden Zeilen zu errechnen und somit ein ansehbares Vollbild zu erstellen. Dabei kann man sogar das Halbbild, das für die Berechnung herangezogen wird, selbst bestimmen. Dummerweise hat dies aber dazu geführt, daß bei Bestimmung des ersten Halbbildes, der Blitz gänzlich gefehlt hat, da er nur in einem der zweiten Halbbilder vorkam. Als ich das zweite Halbbild zur Berrechnung bestimmt habe, war zwar der Blitz da, aber ein vorhergehendes Leuchten, das im ersten Halbbild vorkam, war diesmal verschwunden. Also auch nicht das gewünschte Ergebnis. Also habe ich die Option "Halbbilder zusammen rechnen" ausprobiert, dabei nimmt TMPGEnc das erste und zweite Halbbild und errechnet daraus ein komplett neues Bild. Hat auch nicht richtig zum gewünschten Ergebnis geführt, weil aus einem Frame, daß aus einem Blitzerhellten Himmel (1. Halbbild) und einem Nachtschwarzen Himmel (2. Halbbild) besteht, wurde ein Frame, daß weder richtig hell noch richtig dunkel war, also so mischi-maschi-wischi-waschi. Lediglich der Versuch mit der Option "beide Halbbilder darstellen" hat zu einem beinahe zufriedenstellendem Ergebnis geführt. Einziger Wehrmutstropfen: die Framerate meines kleinen Filmchens erhöht sich auf 50 Frames, weil TMPGEnc JEDES Halbbild mittels Interpolation zu einem Vollbild rechnet. Irgendwie hat mir das auch nicht so richtig zugesagt, denn wenn schon alle Bilder, warum dann 50 pro sekunde auf einmal?

Also habe ich mich für die Lösung verbesserte Zeitlupe entschieden. Wie diese Lösung funktioniert, könnt ihr unter dem entsprechenden Menüpunkt unter dem Auswahlmenü der Videobearbeitung nachlesen. Hier nur eine kurze Zusammenfassung: Es werden aus einem Video mit Halbbildern zwei Filme errechnet, die jeweils das erste und zweite Halbbild interpoliert enthalten. Anschließend werden die beiden Filme um 50% verlangsamt und ähnlich einem Reißverschluß ineinander verflochten. Schön abwechselnd, mal ein Bild von dem einen Film, mal ein Bild von dem Anderen. Das Ergebnis ist eine 50%ige Zeitlupe, die sämtliche Bildinformationen beider Halbbilder enthält. Somit geht kein Detail des Blitzes verloren und man hat durch die Zeitlupe zusätzlich noch mehr Zeit den Film zu betrachten.

 
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